D.J.K. Erbach
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Denise J. Köpp ist Hebamme und geht voll in ihrem Beruf auf. Sie begleitet werdende Eltern vor und nach der Geburt und schreibt hier über das Wunder Leben.

Sichtschutz bei der Hausgeburt

Viele werdende Mütter wünschen sich lieber zu Hause zu entbinden. Das kommt entweder daher, dass sie bei einer vorherigen Geburt in einer Klinik schlechte Erfahrungen gesammelt haben oder sie sich daheim einfach wohler fühlen, weil sie so ihre Familie in der Nähe haben können. Es sprechen auch andere Dinge für eine Hausgeburt, z. B. dass die häuslichen Keime weniger gefährlich sind für die Wöchnerin und für das Neugeborene als viele Krankenhauskeime. Nur wenn vorauszusehen ist, dass es bei der Geburt Probleme geben könnte, z. B. weil es sich um eine Mehrlingsschwangerschaft handelt oder die Mutter unter hohem Blutdruck oder Zucker leidet und eine umfassende medizinische Betreuung während der Geburt nötig ist, dann ist von einer Hausgeburt abzuraten.

Ich selbst habe aufgrund meines jungen Alters noch keine Hausgeburt allein durchgeführt, war aber schon bei mehreren dabei, bei denen ich assistieren und somit lernen konnte, worauf es hier ankommt. Zunächst muss so eine Hausgeburt gut vorbereitet werden. So müssen alle Familienmitglieder mental darauf vorbereitet werden, das Zimmer und das Bett muss für die Geburt hergerichtet werden sowie die nötigen Utensilien für die Geburt und das Baby bereitliegen.

Als Hebamme informiert man die nächste Geburtsklinik über eine Hausgeburt, um im Notfall schnell einen Transport dorthin organisieren zu können. Und sowieso müssen sich dort Mutter und Kind einer Nachuntersuchung unterziehen.
Bei einer Hausgeburt war ich besonders von der Gestaltung des Geburtszimmers angetan, das nicht nur sehr funktionell, sondern auch sehr gemütlich eingerichtet war. Es gab sogar eine Geburtswanne und darüber am Fenster ein schönes Plissee als Sichtschutz. Viele kleine Lampen sorgten für eine warme und angenehme Beleuchtung und es gab viele schöne Babyfotos an den Wänden. Ich erfuhr, dass es die Fotos ihrer eigenen Kinder waren, die alle schon in diesem Zimmer zur Welt gekommen waren. Dies wurde ihre 6. Geburt zuhause, was erklärte mit welcher Ruhe und Routine die Frau an die Geburt heranging. Zwischen den Wehen kochte sie sogar noch Kaffee und verriet uns, wo sie den schönen Faltstore am Fenster bestellt hatten, der ihr dann während der Geburt in der Wanne den nötigen Sichtschutz gewährte. Wie erwartet ging alles recht schnell und schon eine Stunde nach der Geburt, war die Mutter wieder auf den Beinen, um den Familienalltag wieder zu organisieren.